Es ging auch ohne Tür

DTM // Es ging auch ohne Tür

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Dienstag, 06.07.2010 | 10:02

Coulthard lernt immer dazu

David Coulthard lernte bei seinem vierten DTM-Rennen, dass er keine Warnmeldungen und Fahrertüren braucht. Mit den Starts geht es voran.

Auch mit 39 Jahren gibt es für David Coulthard noch viel zu lernen. In der DTM sieht er sich einer gänzlich neuen Herausforderung gegenüber. "Von meinen vier Rennwochenenden war jedes ein bisschen besser", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot, der in der Deutsche Post AMG Mercedes C-Klasse des Jahrgangs 2008 in seine erste Tourenwagensaison gestartet ist.

Das Dach über dem Kopf ist dabei nicht die einzige Umstellung für den Schotten. "Ich lerne immer wieder neue Dinge", verrät er. Im Warmup am Norisring schaltete er den Scheibenwischer ein, weil vorausfahrende Autos Steine aufwarfen. Als er dann an die Box kam, klappte vor ihm der Lollipop herunter - direkt auf die Frontscheibe. "Also schlugen die Scheibenwischer ständig dagegen", berichtet Coulthard. "Also merkte ich: Ich muss den Scheibenwischer abstellen, wenn ich an die box fahre!"

Andere Dinge scheinen an einem DTM-Auto sogar überflüssig zu sein. Nach einer Kollision mit Markus Winkelhock verlor Coulthard seine Fahrertür. "Ich habe mich mit der Frischluft im Cockpit etwas wohler gefühlt", scherzt er. Immerhin wurden am Samstag über 80 Grad im Cockpit gemessen. Da tut etwas Abkühlung gut. "Leider ist mir dadurch der ganze Kies in die Augen geflogen. Ich hätte das Visier runterklappen sollen. Das wäre vernünftig gewesen, aber ich war nicht vernünftig."

Warnungen für die Katz

Coulthard lernte in Nürnberg auch, dass manche Warnmeldungen nicht so kritisch sind. "Ich hatte die ganze Zeit im Rennen eine Getriebetemperaturwarnung, aber das Team meinte, das sei normal, wenn man die Tür verliere." Mercedes hatte also schon Erfahrung mit halben Cabrios.

Die Kollision steckte Coulthard locker weg. "Die anderen Fahrer haben mehr zu verlieren als ich, sie sind mitten in ihrer Karriere, ich nicht", sagt er, betont aber: "Ich glaube nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe." Ohne Tür stellte sich ein gewisses Übersteuern ein, ansonsten konnte er aber gute Zeiten fahren. "Als er mich traf, dachte ich nur: Shit, jetzt komme ich schon wieder nicht ins Ziel."

Dabei hatte ihn sein Ingenieur sogar angewiesen, etwas auf Tuchfühlung zu gehen, zumindest mit den Mauern. "Ich sollte die Mauer am Wochenende zwei bis drei Mal berühren", erzählt Coulthard. "Ich habe es im Rennen versucht, aber trotzdem nicht geschafft." Immerhin war sein Start, das große Übel der ersten drei Rennwochenenden, diesmal etwas besser. "Meine ersten drei Starts waren schrecklich, dieser war Durchschnitt." Wenigstens verlor Coulthard keine Plätze. Trotzdem lernte er auch daraus: "Der Nachteil ein helles, gelbes Auto zu haben, ist, dass man sich nicht verstecken kann."

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