Donnerstag, 15.10.2009 | 09:50
Mit Flexibilität ans Ziel
Die Formel 1 ist in Brasilien angekommen. Zum vorletzten Mal in dieser Saison beginnt das Logistikrennen gegen die Zeit.
Wenn die Formel 1 auf Reisen geht, reicht kein Handgepäck. Jedes Team bringt 32 Tonnen Ausrüstung, 120 Kisten und Container und 10.000 Einzelteile an die 17 Rennstrecken dieser Welt. Auch für den Brasilien Grand Prix in Sao Paulo mussten die Logistiker der Teams wieder im großen Stil packen.
"Für uns ist es normal, dass alles schon da ist, wenn wir ankommen", sagt Timo Glock. "Als Fahrer vergisst man manchmal die ganze Arbeit, die dahinter steckt." Der Toyota-Pilot hat es noch nie erlebt, dass bei einem Rennen ein Teil fehlte. "Alles war immer rechtzeitig da."
Selbst Nachlieferungen neuer oder zusätzlicher Teile kommen dank Logistikpartner DHL immer zum richtigen Zeitpunkt an der Strecke an. "Jedes Mal fahren wir am Freitag ohne Probleme raus, weil wir alle Teile an Ort und Stelle haben!"
Für den reibungslosen Ablauf gibt es Lob von Glocks Manager Hans-Bernd Kamps. "Das Besondere an einem Logistikpartner im Motorsport ist, dass er alles just in time anliefern muss." Er müsse flexibel sein und das ist der offizielle Formel-1-Logistikpartner DHL.
"In der Formel 1 gibt es keine Zeit, um sich auszuruhen!", betont Ex-Rennfahrer Christian Danner. "Sofort nach dem Rennen setzen sich die Fahrer und Ingenieure zusammen, um eines herauszufinden: Wie werden sie das nächste Mal noch schneller!" Das gilt nicht nur für die Fahrer, sondern auch für den Transport.
In Brasilien kommt noch eine besondere Herausforderung hinzu: Der lange Weg vom Flughafen zur Rennstrecke. Dabei spielt aber nicht nur die Zeit eine Rolle, sondern auch die Sicherheit. Immerhin gelten manche Ecken von Sao Paulo nicht unbedingt als die sichersten der F1-Welt. Toyota-Teammitglieder wurden sogar einmal überfallen.
Der Logistiktransport rollt davon ungeachtet immer rechtzeitig ans Ziel, damit die Fahrer am Freitagvormittag wie gewohnt alles vorfinden, um in das vorletzte Rennwochenende des Jahres zu starten. Ganz wie Timo Glock es gewohnt ist. Nur eines fehlt diesmal: Glock selbst. Er ist verletzt. Aber sein Ersatzmann Kamui Kobayashi wird sich genauso darüber freuen, wenn alles Material rechtzeitig an der Strecke steht. Schließlich soll er ja sein Formel-1-Debütrennen nicht verpassen.

