Timo Glock erwartet eine interessante Saison.

Formel 1 // Timo Glock erwartet eine interessante Saison.

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Dienstag, 09.03.2010 | 09:10

Die Speed Academy Jury zur neuen Saison

In Bahrain startet die Formel 1 in ihre 61. Saison. Die Jurymitglieder der Speed Academy blicken voraus.

Die Titelfavoriten

Zum zweiten Mal in der 61-jährigen Geschichte der Königsklasse des Motorsports beginnt eine Saison in der Wüste von Bahrain. Dabei sind die Vorzeichen so unklar wie noch nie: Wer ist schnell, wer ist der Favorit und wer fährt hinterher? Nach vier Wintertests lassen sich diese Fragen kaum beantworten.

Ferrair, McLaren, Mercedes und Red Bull werden von vielen als die vier Topkandidaten gehandelt. "Aber Renault sieht auch nicht so schlecht aus, Sauber auch nicht und Williams war auch mal schnell", erklärt Virgin Racing Pilot und Speed Academy Juror Timo Glock. "Mein Gefühl ist, dass Ferrari ein kleines Stück vor den anderen ist." Das hätten die Long Runs bei den Tests bewiesen. "Aber man weiß halt nie, wie viel Sprit drin ist. Zehn Kilo machen schnell mal 0,3 Sekunden aus."

Umso mehr Spannung erwartet Glock in Bahrain. "Es wird in Bahrain ganz witzig sein, das sich anzuschauen. Ich werde am Samstagnachmittag im Qualifying auch mehr Zeit dazu haben, wenn ich mir Q2 und Q3 anschaue", scherzt er. "Es wird eine bunte Startaufstellung geben."

Im Titelkampf sehen viele den amtierenden Vizechampion Sebastian Vettel vorne, so auch RTL Boxengassenreporter und Speed Academy Jurymitglied Kai Ebel. "Ich hab so das Gefühl, der Sebastian wird Weltmeister - in aller Ruhe", sagt er. "Alles dreht sich um Schumi und Co. Und der Sebastian kann schön entspannt sein Ding machen."

Auch für Hans Joachim Stuck ist Vettel absoluter Titelfavorit. "Der Red Bull scheint wieder so schnell zu sein wie im vergangenen Jahr. Der technische Direktor Adrian Newey ist ein Genie", sagt der Speed Academy Juror. "Die Probleme scheint man schnell aussortieren zu können. Vettel hat's drauf - und er wird, auch wegen Schumacher, in Ruhe gelassen."

Trotzdem sieht Stuck Konkurrenten. "Fernando Alonso und Ferrari können den hohen Erwartungen wohl noch nicht gerecht werden. Und Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes ist nicht zu unterschätzen", sagt Stuck. "Aber erst beim ersten Training in Bahrain, müssen die Burschen die Hosen herunterlassen. Da zeigt sich, wer beim Testen geblufft hat und wer nicht."

Die neuen Regeln

Viel ändert sich in der Saison 2010: das Punktesystem, das Tankverbot, die Reifen. "Die Formel 1 wird nicht schlechter sein als im vergangenen Jahr", glaubt Stuck. "Diese spektakulären Tankstopps waren doch künstlich. Jetzt hätte mir allerdings ein einziger Reifenwechsel gereicht. Ich glaube, wir werden auch Überholmanöver sehen. Die neue Fahrergeneration lässt ja nichts anbrennen, die schenkt sich nichts, da wird schon gefightet."

Glock kann aus erster Hand vom neuen Fahrverhalten der Supertanker berichten. "Es ist schon deutlich langsamer, man merkt das Gewicht sofort im Auto, speziell wir, wo wir beim Abtrieb noch ein Stück hinter allen anderen sind", so der Virgin-Pilot. Jedes Kilo, das man mehr mit sich im Auto herumschleppe, tue dem Wagen mehr weh.

"Das macht es im ersten Renndrittel deutlich schwieriger, führt zu mehr Fehlern, was etwas spannender sein könnte für die Formel 1", glaubt Glock. "Es wird auch interessant zu sehen, wer mit viel Sprit gut klar kommt, wer Probleme bekommt, wenn das Auto leichter wird. Das macht es interessant. Ob es zu mehr Überholmanövern führt, könnte ich mir nur im ersten Renndrittel vorstellen, wenn die Bremswege länger werden."

Das Schumacher-Comeback

Mit Michael Schumacher kehrt der Rekordchampion in die Formel 1 zurück. Auch Timo Glock fährt gerne wieder gegen den Mercedes-Starrückkehrer. Hans Joachim Stuck begrüßt das Comeback ebenfalls. Der Ex-F1-Pilot kann den Deutschen sogar verstehen. Schließlich juckt es auch ihn manchmal noch im Gasfuß.

"Von seinen Fähigkeiten her fährt er vorn mit, keine Frage", sagt Stuck. "Nur wird ein ganz wichtiger Faktor sein Auto sein. Wenn ihm Ross Brawn und Mercedes ein Fahrzeug hinstellen, das von der Basis her stimmt, ist er mit dabei. Aber wenn da irgendein Problem auftaucht und das Auto nicht gleich bei der Musik ist, wird es auch für Schumacher schwierig werden - weil er einfach im Vergleich zu seinen Ferrari-Zeiten nicht mehr diese uneingeschränkten Testmöglichkeiten hat, wo er tagelang in Maranello und Mugello herumfahren und die Probleme aussortieren konnte." Demnach sieht Stuck im Comeback eine mutige Entscheidung. "Er kann auch viel verlieren."

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