Dienstag, 20.07.2010 | 09:50
Die fiesesten Fahrer der F1
Die Teams hätten es gerne, dass sich ihre Fahrer in den Armen liegen. Doch spätestens auf der Strecke sind sie Feinde. Manche greifen dabei zu fiesen Mitteln.
Teamkollegen stehen im direkten Kampf gegeneinander, immerhin will man zeigen, dass man mit gleichem Material mehr herausholen kann als der Pilot, der auf der anderen Seite der Box sitzt. Deswegen und auch aufgrund der bisherigen Ereignisse in dieser Saison rechnet Mark Webber nicht damit, dass sich die Situation bei Red Bull Racing wirklich entspannen wird. "Wer weiß, wenn wir in den nächsten Monaten weiter beide um die Spitze mitfahren, könnte unser Verhältnis noch angespannter werden", sagte er.
Webber und Vettel sind aber nicht die ersten Teamkollegen, die in der 60-jährigen Formel-1-Geschichte aneinander geraten sind. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit sind Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Im Fall von Hamilton prägte der Streit zwischen den beiden Fahrern das Bild des jungen McLaren-Piloten sogar so sehr, dass er noch heute bei manchen Beobachtern ein schlechtes Image genießt - und auch bei einigen Fahrern.
Hamilton als fiesester Fahrer
So wählten ihn drei seiner Fahrerkollegen in einer anonymen Umfrage zum fiesesten Fahrer des aktuellen Starterfeldes. Alonso und Schumacher bekamen zwei Stimmen, Vettel, Robert Kubica, Glock, Adrian Sutil, Bruno Senna, Lucas di Grassi, Ralf Schumacher und Jacques Villeneuve wurden jeweils einmal gewählt. Für Hamilton gab es übrigens auch in der Kategorie "Wer ist die schönste Frau der Formel 1?" eine Niederlage, denn seine Freundin Nicole Scherzinger landete hinter der TF1-Reporterin Marion Jollès nur auf Rang zwei.
Was war 2007 bei McLaren los? Die Situation eskalierte im Qualifying beim Großen Preis von Ungarn 2007. Alonso hatte seinen Teamkollegen in der Box in böser Absicht blockiert, wurde bestraft und musste den Rivalen siegen sehen. Nach der "spanischen Blockade" war die Situation zwischen Hamilton und Alonso nicht mehr zu kitten.
Piquet teilte kräftig aus
Aber schon früher agierten Fahrer fies, allen voran gegen ihren Teamkollegen. Heinz-Harald Frentzen fand beispielsweise, als Jacques Villeneuve 1997 und 1998 sein Teamkollege bei Williams war, immer wieder die Essensreste des Kanadiers auf seinem Platz. Ein anderes Mal ließ Villeneuve Frentzen bis 22:00 Uhr warten, bis er ihm den Schlüssel des Hotelzimmers gab, das er schon am Nachmittag von ihm hatte übernehmen sollen.
Ein Meister der Psychotricks war Nelson Piquet. Das Repertoire des Brasilianers reichte von totaler Missachtung bis hin zu verbalen persönlichen Tiefschlägen. "Wenn ich so eine hässliche Frau hätte wie Mansell, würde ich jeden Tag einen Grand Prix fahren, nur um nicht nach Hause zu müssen", lästerte Piquet gegen Nigel Mansell. Aber Piquet teilte nicht nur verbal aus: Der Brasilianer ließ einmal sogar extra das Klopapier aus der Teamtoilette verschwinden, um dem an Durchfall leidenden Mansell eins auszuwischen.
Gefährliche Duelle
Nicht nur neben der Strecke, sondern auch darauf gaben es sich Alain Prost und Ayrton Senna. Das Duell der Beiden eskalierte beim Großen Preis von Japan 1989. Um die Chancen auf den Titel zu wahren, musste Senna in Japan gewinnen. Piquet lag in Führung, Senna attackierte ihn in einer Rechtskurve innen, Prost machte die Lücke zu und es kam zur Kollision. Der Brasilianer wurde nach dem Rennen disqualifiziert und Prost sicherte sich seinen dritten Weltmeistertitel.
Zu einem traurigen Ende führte der Kampf zwischen Gilles Villeneuve und Didier Pironi. Villeneuve und Pironi hatten nach dem Skandal von Imola 1982, wo Pironi Villeneuve entgegen einer angeblichen Absprache überholte, nur noch auf gehässige Art und Weise übereinander gesprochen. Gleiche Sprache, aber keine Kommunikation - dafür Feinde für immer und alle Ewigkeit. Nur zwei Wochen nach dem Rennen in Imola kam Villeneuve in Zolder bei einem Trainingsunfall ums Leben.

