Der Start ist einer der spannendsten Momente des Rennens

Formel 1 // Der Start ist einer der spannendsten Momente des Rennens

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Dienstag, 31.08.2010 | 12:10

Was passiert beim Formel-1-Start?

Felipe Massa stand beim Start in Belgien zu weit vorne. Sensoren und Rennleitung fiel nichts auf. Was passiert beim Formel-1-Start?

Der Start. Einer der aufregendsten Momente eines Formel-1-Rennens, bei dem sich alle Augenpaare der F1-Welt auf die mit dröhnenden Motoren auf ihren Startpositionen stehenden Piloten in ihren tollkühnen "High-Tech-Kisten" richten und bei dem innerhalb von Sekundenbruchteilen bereits über Sieg und Niederlage, WM-Punkte oder Zeitstrafe sowie Champagnerdusche oder Negativschlagzeilen entschieden wird...

Dass selbst Weltmeister dabei noch Fehler machen, bewies Fernando Alonsos Frühstart in China. Beim Großen Preis von Belgien war es der zweite Ferrari-Pilot, Felipe Massa, der patzte - allerdings ohne Folgen. Massa positionierte seinen Ferrari vor seiner Startbox - er startete klar zu weit vorne!

Normalerweise beträgt der Abstand zwischen den Fahrern in der Startaufstellung acht Meter. Massa stand einen halben Meter zu weit vorne. Doch der Fehler blieb unentdeckt. Massa erhielt keine Strafe - im Gegensatz zu Alonso in China.

Stresssituation Start

Wer als Erster reagiert, wenn die fünf roten Lichter der Startampel erlöschen, hat einen Vorteil, der über das Rennen entscheiden kann. Da verwundert es nicht, dass es manchem Favoriten schwer fällt, kühlen Kopf zu bewahren. Das lässt sich objektiv messen - am Puls der Fahrer.

So gelten Formel-1-Piloten zwar als Männer ohne Nerven, doch in der Startaufstellung herrscht medizinisch gesehen der Ausnahmezustand. Schon eine halbe Stunde vor dem Moment der Wahrheit, wenn die Fahrer sich in der Box vorbereiten, steigt der Ruhepuls auf 60 Schläge pro Minute. Sitzt der Pilot im Cockpit, liegt der Puls bei etwa 90, während der Einführungsrunde klettert er auf 110.

Dann folgt der Start, auf den sich die Piloten mental einstimmen, indem sie alle störenden Gedanken verdrängen. Durch Konzentration und Training gelingt es Spitzenfahrern, trotz aller Aufregung den Puls beim Losfahren auf 130 zu halten. Doch dann übernimmt der Körper die Kontrolle über den Geist. Während die Fahrer auf die erste Schikane zu rasen, steigt der Puls Richtung 180. Ein untrainierter Autofahrer müsste bei solchen Belastungen damit rechnen, dass sein Kreislauf zusammenbricht.

Zum Vergleich: Aus dem Stand legt ein Formel-1-Auto einen Kilometer in zwölf Sekunden zurück. Ein Straßenauto fährt in dieser Zeit jedoch nur 105 Meter weit. Dazu kommt für den Rennfahrer die Belastung durch das Losfahren im Pulk. Er muss die Gegner vorne, hinten und neben sich im Auge behalten. Und er muss versuchen, sich eine optimale Position zu sichern, bevor es in die erste Kurve geht.

Die Startprozedur

30 Minuten vor dem Start wird die Boxengasse geöffnet, die Piloten können eine Formationsrunde fahren, oderaber mehrere - dann allerdings unter Benutzung der Boxengasse. Fahrzeuge, die die Formationsrunde nicht beenden und nicht aus eigener Kraft die Startaufstellung erreichen, dürfen nicht am Rennen teilnehmen.

15 Minuten vor dem Start wird die Boxengasse geschlossen. Befindet sich ein Fahrzeug noch in den Boxen, muss es aus der Boxengasse starten. 10 Minuten vor dem Beginn der Einführungsrunde ertönt ein Signal. Darauf müssen alle Personen außer den Fahrern, Offiziellen und den für die Technik zuständigen Teammitgliedern die Startaufstellung verlassen.

3 Minuten vor dem Beginn der Einführungsrunde ertönt ein weiteres Signal. Zu diesem Zeitpunkt müssendie Reifen aufgezogen sein. Danach dürfen Räder nur in der Boxengasse oder bei einer Rennunterbrechung in der Startaufstellung getauscht werden. Wer 3 Minuten vor dem Start noch nicht alle Reifen aufgezogen hatte, erhält eine 10-Sekunden-Strafe.

1 Minute vor dem Beginn der Einführungsrunde werden die Motoren angelassen. Beim 15-Sekunden-Signal muss das Teampersonal den Startplatz verlassen und dabei das gesamte Equipment mitnehmen. Benötigt ein Fahrer dannnoch Hilfe, muss er seinen Arm heben und wird in die Boxengasse geschoben.

Wenn die grünen Lichter aufleuchten, setzt sich das Feld unter Führung des Pole-Position-Fahrers zur Einführungsrunde in Bewegung. In dieser Runde ist das Überholen verboten. Wer dieses Verbot missachtet, riskierteine Zeitstrafe. Einzige Ausnahme: Fährt ein Fahrer mit Verzögerung los und wurde aber noch nicht vom gesamten Feld überholt, dann darf er seine ursprüngliche Startposition wieder einnehmen. Andernfalls muss er aus der Boxengasse starten.

5 Sekunden: Sobald das letzte Fahrzeug in der Startaufstellung steht, gehen nacheinander im Sekundentakt dieLichter der Startampel an. Das Rennen startet, wenn alle Lichter erloschen sind.

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