Jenson Button lief den London Triathlon

Formel 1 // Jenson Button lief den London Triathlon

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Donnerstag, 02.09.2010 | 15:31

Fitness-Training für Formel-1-Fahrer

Formel-1-Fahrer müssen nicht nur munter am Lenkrad drehen, sie erbringen eine sportliche Höchstleistung. Speed-Academy.de untersucht die Fitness der Piloten.

Die Triathlon-Mania ist in der Formel 1 ausgebrochen. Jenson Button startete in der Sommerpause zum zweiten Mal beim London Triathlon, Nico Rosberg ging in Kitzbühel zum allerersten Mal bei einem Triathlon an den Start und Bruno Senna sowie Lucas di Grassi starten am kommenden Sonntag in Monte Carlo bei den "111 Kilometern von Monaco", einem Staffelwettbewerb. Di Grassi wird am Anfang einen Kilometer schwimmen und am Ende die 10 Kilometer laufen, Senna die 100 Kilometer Radstrecke in Angriff nehmen.

Rosberg zeigte bei seinem Triathlon-Debüt in Kitzbühel eine gute Leistung. Der Mercedes-Pilot erreichte beim "Jedermann"-Triathlon über die olympische Distanz die gute Zeit von 2:07:23 Stunden. Damit war er rund sieben Minuten schneller als Jenson Button, der eine Woche zuvor in London für die gleiche Distanz 2:14:15 Stunden gebraucht hatte.

Starke Belastungen

Im Unterschied zu anderen Sportlern, muss die Muskulatur eines Formel-1-Fahrers weitestgehend statisch arbeiten: Er stemmt sich vor allem gegen die Fliehkraft. In Kurve 8 in Istanbul zerren bis zu 4 g an den Fahrern, das entspricht dem Viereinhalbfachen des Körpergewichts. Und diese Kräfte wirken über 50 Runden lang. Dazu kommen die extremen Beschleunigungen und Verzögerungen beim Beschleunigen und Bremsen. Während einer Vollbremsung wird der Fahrer mit bis zu 5 g belastet. Es heißt, dass in diesem Moment Tränen und Schweißtropfen an das Helmvisir geschleudert werden. Ohne weiteres lassen sich solche fahrerischen Höchstleistungen nicht vollbringen - sie erfordern das ganze Jahr über ein spezielles Training.

Auch aus medizinischer Sicht ist die Beanspruchung der Fahrer enorm: Durch die abrupten Tempowechsel kann sich die Gehirnmasse kurzzeitig verschieben und die Menge des Blutes, das durch die Herzkammern gepumpt wird, wechselt ständig. In Kombination können diese Körperreaktionen dazu führen, dass das Gehirn kurzfristig zu wenig durchblutet wird. Theoretisch sind Ohnmachtsanfälle die Folge - allerdings nicht bei austrainierten Fahrern. Denn Formel-1-Piloten sind Extremsportler.

Spezielles Training

Nahezu alle Formel-1-Piloten lassen sich inzwischen von persönlichen Trainern oder Physiotherapeuten ein ausgeklügeltes Fitnessprogramm aufstellen, zu dem auch die richtige Ernährung gehört. Einfacher wird die Sache für die Trainer dadurch, dass die Piloten ohnehin begeisterte Athleten sind, die auch als Läufer, Rad- und Skifahrer oder Fußballer glänzen. Das Training zielt vor allem auf zwei Bereiche ab: die Ausdauer und die Stärkung der Muskulatur. Nur Fahrer, die körperlich topfit sind, überstehen die 90 Minuten eines Rennens, ohne ihre Lockerheit - und damit auch Zeit - zu verlieren.

Auf dem Trainingsplan stehen die Hals- und Nackenmuskeln im Vordergrund. Besonders in langgezogenen Kurven werden diese Muskelpartien beansprucht, da der Fahrer trotz der Fliehkräfte den Kopf gerade halten muss. Dieser wiegt inklusive Helm etwa 7,5 Kilogramm, bei einer Belastung von 2,5 g in der Kurve drückt eine Last von fast 19 Kilogramm zur Seite. Beim Abbremsen zerren sogar bis ca. 35 Kilogramm an Hals- und Nackenmuskeln. Nur Top-Athleten können diese Belastungen aushalten.

Kraft allein würde dem Formel-1-Fahrer allerdings wenig nutzen, denn Kondition und Konzentration gehen hier Hand in Hand. Ein Beispiel: Die besten Formel-1-Piloten erreichen einen Ruhepuls von unter 50 Schlägen pro Minute, im Rennen steigt er aufgrund psychischer Anspannung und physischer Belastung auf bis zu 180 Schläge. Dennoch muss der Fahrer bei dieser Pulsfrequenz kühlen Kopf bewahren. Nur wer mental und körperlich fit ist, kann die ganze Saison über an die Leistungsgrenze gehen.

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