Die silberne Reifenmarkierung verblasst im Rennbetrieb

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Donnerstag, 26.01.2012

Pirelli präsentiert neue Reifengeneration

Pirelli hat die neue Reifengeneration für die bevorstehende Formel-1-Saison präsentiert. Dabei gibt es nicht nur Veränderungen an der Reifenmarkierung.

In Abu Dhabi hat Reifenlieferant Pirelli die Reifengeneration für die Saison 2012 vorgestellt. Äußerlich betrachtet ändert sich nicht allzu viel. Die verschiedenen Mischungen behalten ihre Farbgebung. Um eine bessere Unterscheidung der verschiedenen Mischungen für die Zuschauer an den Fernsehschirmen und der Strecke zu ermöglichen, hat der italienische Reifenproduzent die Farben lediglich etwas angepasst.

Dabei zog Pirelli die Lehren aus den Erfahrungen der vergangenen Saison. Die weiße Markierung der Medium-Mischung war im Fahrbetrieb nur schwer von der silbernen Farbe auf dem harten Reifensatz zu unterscheiden. Für 2012 wurde die silberne Beschriftung abgeschwächt, so dass der Reifen im Farbetrieb als komplett schwarz erscheint und sich somit besser vom Medium-Typ absetzt.

Viel wichtiger für die Ingenieure und Fahrer sind jedoch die Veränderungen an der Struktur und Zusammensetzung der Pneus. Die neue Generation wird zukünftig an den Flanken eckiger sein und mehr Auflagefläche bieten. Neben erhöhtem Grip soll diese Maßnahme zu weniger Blasenbildung und geringerem Verschleiß führen. Damit reagiert Pirelli auf die Abtriebseinbußen im Heckbereich, die auf das Verbot des angeblasenen Diffusors zurückgehen.

Ausgeglichenere Mischungen

Die Gummimischungen für 2012 werden zudem weicher, während sich die Mischungen mehr angleichen. Die Supersoft-Mischung behält als einzige ihre Charakteristik. Alle anderen Mischungen rücken eine Stufe auf und nähern sich der weichsten Mischung aus dem Hause Pirelli an. Das hat zur Folge, dass sich die Rundenzeiten ebenfalls annähern. "Im Vorjahr war der Performance-Unterschied sehr groß. Deshalb haben wir am Kreuzungspunkt der Performance gearbeitet, womit der Unterschied zwischen den Mischungen jetzt nicht mehr so groß ist", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery.

Lagen die Rundenzeiten in Pirellis Premierensaison 2010 abhängig von der Reifenmischung noch um bis zu 1,5 Sekunden auseinander, so soll die Differenz zukünftig auf nur noch etwa 0,8 Sekunden schrumpfen. "Der harte Reifen wird jetzt näher am Medium dran sein, wenn nicht sogar schneller. Das ist eine essentielle Entwicklung in Sachen Performance", erklärt Hembery.

Diese Maßnahme soll auf der Rennstrecke zu unterschiedlichen Strategien führen. Nachdem die Fahrer und Ingenieure die Eigenheiten der verschiedenen Reifenmischungen im Laufe der vergangenen Saison verinnerlicht hatten, glichen sich die Strategien der Teams immer mehr an. Das Überraschungsmoment, das in der ersten Hälfte des Jahres zu verhältnismäßig vielen Positionswechseln und Boxenstopps geführt hat, ging immer mehr verloren.

Spannungsfördernde Maßnahmen

Hembery gibt zu, dass Pirelli 2011 zu häufig den weichen Reifentyp an die Strecke gebracht hat. Das soll sich nicht wiederholen. Die Mischung Supersoft kommt laut Hembery 2012 hauptsächlich auf Kursen mit glattem Asphalt zum Einsatz. Also in der Regel auf Stadtkursen wie Monaco und Singapur. Der Reifentyp Soft wird auf Strecken mit geringem Verschleiß eingesetzt. Bei hohen Außentemperaturen ist der Medium-Reifen in seinem Element. Der harte Reifen wird an die Struktur des 2011er Medium-Typs angepasst - Er ist ideal für Strecken mit vielen schnellen und langgezogenen Kurven.

Von den Neuerungen erhofft sich Pirelli wieder mehr Action auf der Strecke. "Das soll dazu beitragen, dass wir mehr Überholmanöver sehen. Die Reifen sind auch etwas weicher, was zusätzlichen Speed und in Folge dessen auch mehr Show bringen sollte", sagt Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera. Auch bei den Regenreifen hat Pirelli den Hebel angesetzt. Neben einem neuen Namen sind auch diese Reifen mit grelleren Farben versehen worden. Die Farbgebung bleibt jedoch die Gleiche wie bisher.

"Theoretisch sollte es auch diese Saison wieder spannende Rennen geben, aber vielleicht waren wir doch zu konservativ oder zu aggressiv bei unserer Herangehensweise. Das werden wir erst sehen, wenn die ersten Rennen gefahren sind - noch kennen wir nämlich die neuen Autos nicht", sagt Hembery.

Autor: Philipp Dunker

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