Bobsport

Donnerstag, 19.02.2015

Splitter - Medaillenregen in Sigulda: Top-Ergebnisse für deutsche Wintersportler

Die deutschen Winter-Sportler trumpften am vergangenen Wochenende mal wieder groß auf. In Sigulda hagelte es Medaillen.

Rennrodeln

Überragende Bilanz der deutschen Rennrodler bei der Weltmeisterschaft im lettischen Sigulda: Beim Saisonhöhepunkt sicherte sich das deutsche Team drei Goldmedaillen, einmal Silber sowie eine Bronzemedaille. Den Auftakt zum erfolgreichen Gastspiel in Lettland machten Tobias Wendl und Tobias Arlt. Das erfolgreiche Duo sicherte sich den Sieg bei den Doppelsitzern - ihr zweiter WM-Triumph nach 2013. "Es war unser großes Ziel, hier bei den Weltmeisterschaften ganz oben zu stehen. Das haben wir perfekt umgesetzt und sind darüber überglücklich", sagte Wendl nach dem Rennen.

Für den nächsten WM-Paukenschlag sorgte Natalie Geisenberger. Die 27-Jährige knüpfte nahtlos an ihre bisherige dominante Weltcup-Saison an und fuhr in Sigulda zum Sieg. Es war Geisenbergers zweiter WM-Triumph nach 2013 sowie die insgesamt sechste WM-Medaille ihrer eindrucksvollen Karriere. "Es ist schon erstaunlich wie cool und abgebrüht Natalie das hier gemacht hat. Vor solch einer stabilen Leistung kann man nur den Hut ziehen", sagte Cheftrainer Norbert Loch. Neben Geisenberger schaffte es auch Tatjana Hüfner als Dritte auf das Podest. Mit insgesamt vier Goldmedaillen, einmal Silber sowie der nun gewonnen Bronzemedaille ist Hüfner die erfolgreichste WM-Teilnehmerin der Geschichte.

Unterdessen fehlten Felix Loch in der Einzelwertung gerade einmal 0,071 Sekunden zur fünften Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft. Der 25-Jährige musste sich in Lettland mit dem zweiten Platz hinter Überraschungssieger Semen Pavlichenko aus Russland zufrieden geben. Zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Sigulda durften sich die deutschen Rodel-Asse über eine weitere Goldmedaille freuen: In der Staffel setzten sich Natalie Geisenberger, Felix Loch sowie das Doppel Tobias Wendl/Tobias Arlt gegen die Konkurrenz aus Russland und Kanada durch - das fünfte Staffel-Gold in Folge für Deutschland.

Bob

Zeit fürs große Finale! Bei der abschließenden Weltcup-Station der Saison 2014/15 im russischen Sochi lief es für die deutschen Bobsportler unterschiedlich gut. Maximilian Arndt schnappte sich in der Viererbob-Wertung den dritten Platz und erzielte damit auch Rang drei in der Weltcup-Gesamtwertung. "Es freut mich sehr, dass Max noch auf den dritten Platz fahren konnte. Er zeigte zwei gute Fahrten - nur die Startzeiten waren in beiden Läufen nicht gut", sagte Cheftrainer Christoph Langen. Als zweitbester Deutscher fuhr Nico Walther auf den achten Platz und sicherte sich in der kombinierten Gesamtwertung den zweiten Platz hinter dem Letten Oskars Melbardis.

Am Vortag hatten die deutschen Wintersport-Cracks leichte Schwierigkeiten in Sochi, richtig in Fahrt zu kommen. Johannes Lochner belegte als bestplatzierter Deutscher den achten Rang. Ähnlich verhalten lief es bei den Damen. Die angeschlagene Cathleen Martini kam nicht über Platz sieben hinaus, Stefanie Szczurek wurde Neunte. Anja Schneiderheinze verzichtete auf den Start in Sochi, um sich auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Winterberg vorzubereiten. In der Weltcup-Endabrechnung belegte sie trotzdem den zweiten Gesamtrang.

Nach dem Gastspiel in Russland liegt der Fokus nun voll auf der Heim-WM vom 23. Februar bis 7. März 2015. Cheftrainer Langen nominierte den größten WM-Kader in der Geschichte des Bob- und Schlittenverband für Deutschland. Es wurden vier Pilotinnen, sieben Anschieberinnen, sechs Piloten und 17 Anschieber in den WM-Kader für Winterberg berufen. Deutliche Ansage von Langen: "Ich erwarte von unsern Leistungsträgern aus dem Weltcup-Team ganz klar, dass sie um die Medaillen fahren."

Skeleton

Besser hätte eine große Weltcup-Karriere kaum enden können. Anja Huber-Selbach fuhr bei ihrem 70. und letzten Weltcup-Start in Sochi auf den dritten Platz und sicherte sich die Bronzemedaille. "Das ist ein schöner Abschluss ihrer Weltcup-Karriere und jetzt schauen wir, was die Weltmeisterschaften in zwei Wochen in Winterberg noch bringen", sagte Skeleton-Trainer Dirk Matschenz.

Skeleton-Kollegin Tina Hermann kam in Russland nicht über den fünften Platz hinaus und fiel dadurch in der Gesamtwertung vom zweiten auf den dritten Rang zurück. "Dennoch ist der dritte Platz in ihrer ersten Weltcup-Saison sehr beachtlich", lobte Coach Matschenz. Bei den Skeleton-Herren hielt Axel Jungk die deutsche Fahne mit Platz sechs hoch. Damit belegte der 23-Jährige den dritten Gesamtrang in seiner ersten Weltcup-Saison.