Bobsport

Montag, 09.03.2015

Goldener WM-Abschluss: Arndt siegt im Viererbob: Königsdisziplin fest in deutscher Hand

Das Schlusswochenende der Bob&Skeleton-Weltmeisterschaften bescherte den Deutschen Piloten reichlich Edelmetal. Gold für Arndt in der Königsdisziplin.

Die Weltmeisterschaften für Bob&Skeleton im deutschen Winterberg sind bereits wieder Geschichte. Wir liefern euch die wichtigsten Splitter des Abschlusswochenendes:

Bob

Maximilian Arndt Superstar! Der Titelverteidiger raste in der Königsdisziplin Viererbob wie bereits 2013 zum WM-Titel. Im Herzschlagfinale von Winterberg setzte sich Arndt knapp gegen Landsmann Nico Walther durch, der bei seinem WM-Debüt sensationell zu Silber fuhr. Nur knapp verpasste der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) dabei einen Dreifacherfolg. Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich musste sich knapp dem Letten Oskars Melbardis geschlagen geben, belegte so den undankbaren vierten Rang.

Das nahezu perfekte Abschneiden des BSD in der Königsdisziplin hatte sich noch vor den beiden finalen Durchgängen am Sonntag keinesfalls in dieser Form abgezeichnet: Hinter dem lettischen Topfavoriten belegten Arndt, Walther und Friedrich 'lediglich' die Ränge zwei bis vier. In Durchgang drei schob sich Arndt, der in der abgelaufenen Weltcup-Saison bereits zwei Siege verbuchte, dann jedoch an Melbardis vorbei. Lediglich 0,01 Sekunden trennte das Führungsduo so vor der finalen Zeitenhatz. Mit einer Gesamtzeit von 3:34.89 Minuten behielt Arndt letztlich jedoch die Oberhand, sicherte sich mit 0,02 Sek auf Landsmann Walther Gold. Der Dominator des Winters Melbardis belegte für viele überraschend letztlich nur den Bronze-Platz.

"Den Titel hier zu verteidigen, vor diesem tollen Publikum, das ist einfach unglaublich. Es war sehr eng, alle waren mal vorne. Ich habe alles gegeben und bin natürlich überglücklich, dass es am Ende gereicht hat", freute sich Arndt überschwänglich. Eine erfolgreiche WM-Titelverteidigung im Viererbob war zuletzt Andre Lange gelungen, der von 2003-2005 gar drei Mal in Serie triumphierte. WM-Neuling Walther ging lediglich als Viertplatzierter (+ 0.16 Sekunden) in den Finaltag, brachte sich mit Laufbestzeit im dritten Durchgang dann jedoch zurück in den Kampf um Gold. Im vierten Durchgang scheiterte Walther nach erneuter Laufbestzeit trotz beeindruckender Aufholjagd mit 0,03 Sekunden Rückstand letztlich knapp am ganz großen Wurf.

Junioren-Weltmeister Christoph Hafer belegte im Endklassement zudem den 16. Rang. Der BSD blickt nicht nur dank des Medaillenregens am Abschlusswochenende auf herausragende Titelkämpfe zurück: 3x Gold, 5x Silber und 1x Bronze lautet die sensationelle Bilanz der deutschen Kufen-Cracks nach den insgesamt sechs Entscheidungen bei den BMW FIBT Bob & Skeleton Weltmeisterschaften in Winterberg.

Skeleton

Auch im Skeleton hatte der BSD am WM-Abschlusswochenende noch einmal allen Grund zum Feiern. Mit einem beherzten Ritt raste Jacqueline Lölling sensationell zu Silber im Frauen-Wettkampf. Nach der 'Schmach' von St. Moritz 2013, als die Skeletonis des BSD erstmal seit fünf Jahren bei einer Weltmeisterschaft ohne Medaille geblieben waren, sicherte Lölling der Deutschen Auswahl somit das flehentlich herbeigesehnte Edelmetall. Nachdem die deutschen Skeleton-Herren am Freitag noch knapp am WM-Podium vorbeigeschrammt waren, stieg der Druck auf die erst 20-jährige Lokalmatadorin auf ihrer Heimbahn in Winterberg am Samstag in ungeahnte Höhen. In beeindruckender Manier stellte Lölling dann jedoch ihre Klasse unter Beweis, musste sich lediglich Olympiasiegerin Elizabeth Yarnold aus England (+0,67 Sekunden) geschlagen geben.

Hatte die Deutsche nach den beiden Freitags-Läufen noch zeitgleich mit der Kanadierin Jane Channell auf Rang drei gelegen, behielt sie am Finaltag die Nerven und fing durch zwei beherzte Durchgänge gar noch Channells Landsfrau Elisabeth Vathje für die Silbermedaille ab. "Ich bin überglücklich. Mit Silber hatte ich nicht gerechnet. Ich war sehr nervös oben am Start, den Lauf habe ich dann aber einfach nur genossen", gab die Erfolgspilotin zu Protokoll.

Knapp an einer Medaille vorbei schrammte hingegen Tina Hermann. Die 22-Jährige schob sich nach Rang fünf an Tag eins mit einem starken dritten Lauf bis auf den vierten Rang nach vorne, verkürzte gar den Rückstand auf Bronze beträchtlich. Im vierten und letzten Durchgang zeigte die Deutsche Vizemeisterin dann jedoch Nerven, büßte den gewonnen Platz gar wieder ein und musste sich letztlich mit dem fünften Rang zufrieden geben. Die 24-Jährige Sophia Griebel belegte Rang zwölf.

Trauriger Abschied einer Großen: Huber-Selbach beendet Karriere

Mit ihren letzten zwei Fahrten verabschiedete sich am Samstag in Winterberg zudem eine ganz Große des Skeletonsports: Anja Huber-Selbach, die nach den Titelkämpfen auf der Bahn im Sauerland ihre aktive Laufbahn beendet, landete im letzten Wettkampf ihrer erfolgreichen Karriere auf Rang 14. "Ich wusste, dass es in Winterberg schwer wird. Jetzt ist es vorbei. Es ist ein seltsamer Moment. Aber es fühlt sich immer noch richtig an", blickte die sichtlich bewegte Pilotin auf ihren letzten Auftritt zurück.

Völlig enttäuschend verlief die Skeleton-WM hingegen für die BSD-Herren. Trotz größter Ambitionen reichte es für Christopher Grotheer und Axel Jungk am Freitagnachmittag nur zu den Plätzen fünf und sechs. Dem 22-jährigen Christopher Grotheer, der sich Mitte Februar in Altenberg zum zweiten Mal nach 2013 zum Junioren-Weltmeister kürte, fehlten am Ende deutliche 0.78 Sekunden auf den Bronzerang. Den 24-jährigen Axel Jungk trennten nach vier Läufen 0.88 Sekunden vom WM-Podium.

Insgesamt demonstrierte das junge BSD-Team, das im gesamten WM-Winter vergeblich auf eine Podest-Platzierung wartete, im 1609 Meter langen Eiskanal im Hochsauerland mit gleich drei Piloten in den Top-10 jedoch ein hohes Gesamtniveau. Kilian von Schleinitz komplettierte mit Rang neun das respektable Ergebnis der deutschen Männer. Der ebenfalls erst 20-jährige Martin Rosenberger belegte am Ende Rang 16. Seinen bereits dritten WM-Titel machte der Lette Martins Dukurs perfekt. Der Weltmeister von 2011 und 2012 setzte sich mit 0.69 Sekunden Vorsprung letztlich deutlich gegen seinen Dauerrivalen Alexander Tretiakov durch. Bronze sicherte sich Martins drei Jahre älterer Bruder Tomass Dukurs.