Bobsport

Dienstag, 31.03.2015

Rodeln: Anke Wischnewski beendet Karriere: Abgang einer Wintersport-Legende

Nach 26 Jahren Leistungssport und großen Erfolgen beendet Rennrodlerin Anke Wischnewski vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal ihre große Karriere.

Schmerzlicher Abgang für den Bob- und Schlittenverband Deutschland: Rennrodlerin Anke Wischnewski beendet im Alter von 37 Jahren nach kaum fassbaren 26 Jahren im Leistungssport ihre von Erfolgen geprägte Karriere.

Vizeweltmeisterin 2007, Bronze bei der WM 2005 und der EM 2013, dazu zwei Weltcup-Siege, elf zweite und 33 dritte Plätze, ein zweiter Weltcup-Gesamtrang sowie fünf Mal End-Rang drei und die Deutsche Meisterschaft 2010. Wischnewskis Vita strotz geradezu vor Erfolgen, Konstanz und Klasse.

Verpasste Olympiamedaille einzig schwarzer Fleck

Nach zwei Olympia-Teilnahmen (Platz fünf 2010, Platz sechs 2014) heiratete Anke Wischnewski im Sommer 2014 ihren langjährigen Freund und Trainer Torsten Görlitzer. Wischnewski, die bei der Bundeswehr den Rang des Hauptfeldwebels bekleidet und der Sportfördergruppe in Frankenberg angehört, blickt stolz und voller freudiger Erinnerungen auf ihre lange Karriere zurück.

"Jetzt sind 26 Jahre Rodelsport, 14 Jahre Nationalmannschaft und 109 Weltcups Geschichte. Es war eine wunderschöne Zeit und ich bereue keine einzige Hundertstelsekunde", verriet sie nach Bekanntgabe des Karriereendes.

Im Stile einer großen Sportlerin wird sie nicht müde zu erwähnen, dass auch ein 'Individualsport' ohne Team im Hintergrund nicht möglich ist: "Ich möchte mich bei meinem Arbeitgeber der Bundeswehr, meinen Sponsoren, Förderern, dem Trainerteam des BSD, meiner Familie, meinen Fans und Freunden und natürlich meinem Ehemann bedanken. Ohne sie wäre diese Karriere niemals möglich gewesen."

Trauriger Abschied: Lobende Worte von höchster Stelle

Cheftrainer Norbert Loch verabschiedete die 37-jährige Sächsin bereits während dem letzten Heim-Weltcup in Altenberg: "Ich gratuliere Anke für eine sehr lange und außergewöhnliche Karriere. Anke war immer eine ehrliche, sachliche und aufgeschlossene Persönlichkeit, die immer gewusst hat, was sie will und vor allem im Team immer anerkannt war. Sie hat der gesamten Mannschaft über so viele Jahre gut getan. Dafür meinen allerherzlichsten Dank. Mein ganzes Team wünscht Anke für ihre Zukunft viel Erfolg und dass sie immer gesund bleibt."

Auch BSD-Generalsekretär und Sportdirektor Thomas Schwab stimmte in die Lobeshymnen auf eine der großen Wintersportlerinnen Deutschlands ein: "Anke war immer eine professionelle und sympathische Sportlerin im Nationalteam. Ihre Leistungen waren unglaublich konstant und verlässlich. Schade ist, dass es für sie mit der Olympiamedaille nicht geklappt hat. Sie hätte sie sowohl in Vancouver als auch in Sochi verdient gehabt. Wir bedanken uns für ihr Engagement und ihren Einsatz über eine so lange Zeit und wünschen Anke sowohl für ihre berufliche wie ihre private Zukunft alles Gute."