Bobsport

Freitag, 04.09.2015

Wir sind bestrebt, uns ständig zu verbessern: Interview mit Alexander Resch, Referent Leistungssport beim Bob- und Schlittenverband Deutschland

Alexander Resch ist beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland für die Organisation der Weltcup-Events in der Deutsche Post Eisarena Königssee zuständig.

Die Deutsche Post Eisarena Königssee richtet im kommenden Winter zwei Weltcup-Rennen im Bob und Skeleton aus, unter anderem das Finale. Was bedeutet das für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland e. V. (BSD)?

Alexander Resch: Das ist natürlich eine tolle Geschichte für uns. Der BSD wird den Veranstaltungen gemeinsam mit seinen Partnern einen würdigen Rahmen verleihen. Wir sorgen für eine tolle Stimmung und spezielle Fanclub-Angebote, damit wir wieder eine gelungene Veranstaltung mit vielen tausend Zuschauern durchführen können. Besonders wichtig ist uns auch, dass die Sportler sich wohlfühlen. Wir wollen und können ein Gesamtpaket bieten, bei dem für jeden was dabei ist: Athleten, Familien und Fanclubs.

Sie organisieren diese Veranstaltungen. Was unterscheidet aus organisatorischer Sicht ein Bobrennen von anderen Sportevents?

Alexander Resch: Die Geschwindigkeit ist natürlich beim Bobfahren und Rodeln eine andere. Die Zuschauer sehen, egal, wo sie stehen, kurze Ausschnitte des Renngeschehens live auf der Bahn. Im Start- und im Zielbereich gibt es jeweils große Video-Walls und langfristig wollen wir mit Monitoren auch an der Strecke dafür sorgen, dass jeder Fan den ganzen Lauf mitbekommt. Darüber hinaus gibt es in unserem Sport zwischen den Durchgängen natürlich auch Rennpausen. Hier sorgen wir mit Show-Elementen für Abwechslung und Unterhaltung. Das kann Live-Musik sein, aber auch Stuntshows oder Tanz-Auftritte.

Wie hoch ist der Stellenwert der Deutsche Post Eisarena für den deutschen Bob- und Rodelsport?

Alexander Resch: Dieser Stellenwert liegt sehr, sehr hoch. Der BSD hat die Geschäftsführung der Deutsche Post Eisarena inne und legt schon deshalb höchsten Wert darauf, an dieser Wettkampfstätte die besten Veranstaltungen auszurichten. Wir sind auch bestrebt, uns ständig zu verbessern und innovativ zu sein. An der Deutsche Post Eisarena gibt es inzwischen kein VIP-Zelt mehr, sondern eine fest installierte Hospitality-Lounge, der ganzjährig für Events gemietet werden kann.

Was hätte sich der aktive Rennrodler Alexander Resch vom Weltcup-Organisator Alexander Resch gewünscht und welchen Wunsch hätte letzterer nicht erfüllen können?

Alexander Resch: Natürlich wünscht man sich als Rennrodler auch mal, seinen Wettkampf wie ein Fußball-Profi vor 80.000 Zuschauern auszutragen. Aber wir sind nun mal nicht die Volkssportart Nummer eins in Deutschland. Wir sind mit 5.000 begeisterten Fans in der Deutsche Post Eisarena zufrieden und wollen ihnen tollen und spannenden Sport bieten.

Sie betreuen als Referent Leistungssport beim BSD auch den Bereich "Duale Karriere". Was bedeutet das?

Alexander Resch: Es geht um einen ganzheitlichen Werdegang unserer Athletinnen und Athleten, um ihre Vorbereitung auf die Zeit nach dem Leistungssport. Wir arbeiten mit der Bundeswehr, der Bundes- und Landespolizei und verschiedenen Partnerhochschulen zusammen, sodass einige Athleten bereits neben dem Wettkampf-Alltag Ausbildungen absolvieren oder studieren können, zum Beispiel Sportmanagement. Manche werden auch schon während ihrer aktiven Laufbahn auf eine Trainerstelle vorbereitet.

Sie koordinieren im Rahmen Ihrer Tätigkeit auch die Zusammenarbeit mit der nationalen Anti-Dopingagentur NADA und ihrem internationalen Pendant, der WADA. Wie gut funktioniert hier die Zusammenarbeit?

Alexander Resch: Sie funktioniert gut. Natürlich wird - im Sinne eines sauberen Sports - viel von den Athleten verlangt. Manchmal ist es kompliziert, allen Meldepflichten nachzukommen. Oft ist es für die Sportler zum Beispiel eine Herausforderung, sich trotz Zeitverzögerung aufgrund einer Flugverspätung, rechtzeitig beim internationalen Verband zu melden, um jederzeit für die Dopingkontrolleure erreichbar zu sein. In solchen Situationen greife ich ein und kommuniziere mit allen Seiten.

Erklären Sie jemandem, der noch nie auf einem Profi-Schlitten gesessen hat, die Faszination ihrer Sportart.

Alexander Resch: Es sind der wahnsinnige Speed und die Fliehkräfte. Ich erinnere mich noch, wie ich die bis zu drei Meter hohen Kurven das erste Mal sah und dachte "Da sausen die in so einem Tempo durch!". Aber es macht riesigen Spaß, an so einer Kurve entlang zu fahren.

Foto: BSD