Bobsport

Sonntag, 22.11.2015

Die Rodler sind bereit: Die Pläne für die neue Weltcup-Saison

Die deutschen Rodler und Rodlerinnen präsentieren sich vor dem Start der Weltcup-Saison bestens vorbereitet und haben große Pläne.

Wenn am 28. November in Innsbruck-Igls die neue Weltcup-Saison im Rodeln beginnt, zählen die deutschen Athleten einmal mehr zu den Favoriten. Nicht ohne Grund: Im Winter 2014/2015 holte das Team in allen drei Gesamtwertungen (Männer, Frauen und Mannschaft) Doppelsiege. Bei den Damen war es sogar ein Vierfach-Triumph. Doch selbstverständlich zählen vergangene Erfolge in der kommenden Saison nichts.

Die finale Phase der Saisonvorbereitung findet dieses Mal in Lake Placid, der Olympiastadt von 1932 und 1980, statt. "Wir haben das lange diskutiert. Die Bahn dort ist eine der schwierigsten der Welt. Wir müssen zwischen dem Training auf unseren Bahnen auch mal auf einer extrem schwierigen Bahn im Ausland trainieren. Sonst kommt man im Weltcup nach Lake Placid und muss gleich liefern", erklärt Rennrodel-Bundestrainer Norbert Loch.

Sein Sohn Felix, amtierender Gesamtweltcupsieger der Männer, pflichtet bei. "Ich freue mich, dort trainieren zu können. Man kann sich die Bahn dann langsam erarbeiten und hat sie viel besser im Griff", freut er sich. Ein weiteres Highlight des kommenden Winters wird der Test auf der neugebauten Olympiastrecke von 2018 in Pyeongchang. Norbert Loch: "Wir waren bereits vor Ort und haben erste Abschnitte im Rohbau gesehen."

Den absoluten Höhepunkt im kommenden Winter dürfte aber die Weltmeisterschaft am Königssee darstellen. "Das wird für die Athleten etwas ganz Besonderes. Viele ihrer Freunde und Bekannten werden vor Ort sein. Schon alleine deshalb wird es toll. Ich kenne außerdem das Organisations-Komitee, ich weiß, dass das eine super Veranstaltung wird", so Norbert Loch. Nathalie Geisenberger bestätigt das. "Zur Bahn habe ich es von zu Hause nicht weit und für den Felix liegt sie fast buchstäblich vor der eigenen Tür", sagt die Titelverteidigerin im Damen-Einzel.

Felix Loch musste bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr im lettischen Sigulda Semjon Pawlitschenko den Vortritt lassen und sich mit der Silbermedaille begnügen. Er war davon jedoch nach eigener Aussage nicht überrascht. "Man hat schon länger gesehen, dass die Russen sehr stark im Kommen sind. Mir war bewusst, dass es ein hartes Rennen wird und das wird auch in den nächsten Jahren so sein", prophezeit er.

Rodel-Legende Georg Hackl, Bundestrainer und Materialexperte beim Bob- und Schlittenverband Deutschland, berichtete von seinen Erfahrungen im Windkanal des Autoherstellers BMW, wo die Rodler seit Jahrzehnten vor der Saison die Aerodynamik ihres Materials testen: "Ich war das erste Mal 1987 dabei. Seitdem hat diese Zusammenarbeit schon viele Früchte getragen." Nach den Erkenntnissen für diesen Winter gefragt sagte er: "Wir haben unsere Anzugmaterialien überprüft, da muss immer optimiert werden. Außerdem geht es um die Positionen der Fahrer auf dem Schlitten. Jede Erkenntnis ist eine gute Erkenntnis."

Foto: BSD