DTM

Sonntag, 16.10.2016

Mortara siegt, aber Wittmann ist Meister: BMW-Pilot reicht Platz vier zum Titelgewinn

Marco Wittmann ist Champion! Dem BMW-Piloten reichte Rang vier beim Saisonabschluss. Edoardo Mortara gewann das letzte Rennen des Jahres.

Marco Wittmann ist DTM-Champion 2016! Ein vierter Platz im letzten Saisonrennen in Hockenheim reichte dem BMW-Piloten zu seinem zweiten Titelgewinn nach 2014. Edoardo Mortara half auch eine blitzsaubere Leistung beim Saisonabschluss nicht mehr. Nach einem etwas missratenen Start kämpfte sich Mortara wie schon am Vortag nach vorne und gewann das Rennen souverän. Am Ende rettete Wittmann vier Punkte Vorsprung ins Ziel.

Die Startaufstellung: Zweite Pole an diesem Wochenende für Antonio Felix da Costa! Der Portugiese deutet an seinem letzten DTM-Wochenende an, was in ihm steckt. Überraschend von Platz zwei ging Gary Paffett ins Rennen. Es folgte ein BMW-Abschirmdienst in Person von Tom Blomqvist und Maxime Martin. Marco Wittmann und Edoardo Mortara gingen gemeinsam aus Startreihe drei ins Rennen.

Die Performance-Gewichte: Audi fünf Kilo weniger, BMW fünf Kilo hinzu - das Quali-Ergebnis bescherte BMW für das Rennen einen leichten Nachteil gegenüber Audi. Insgesamt betrug der Unterschied 2,5 Kilo zugunsten Audis.

Der Start: Extrem schlechter Start von Mortara! Er muss sofort Robert Wickens ziehen lassen. Doch bereits nach wenigen Kurven hat er berappelt und schnappt sich Wickens und Maxime Martin. Marco Wittmann startete deutlich besser und war am Ende von Runde eins schon auf Rang drei. Felix da Costa führte vor Paffett.

Der Rennverlauf: Mortara befand sich weiterhin auf einer Mission. Mit DRS überholte er in Runde zwei Ende der langen Geraden Tom Blomqvist und lag nun direkt hinter Wittmann. An der Spitze attackierte Paffett Felix da Costa, scheiterte jedoch mit einem Angriffsversuch. Blomqvist versuchte sich einen weiteren Umlauf später an einem Konter gegen Mortara, der jedoch misslang.

In Runde vier kam es zur Kollision zwischen Felix da Costa und Paffett, der in Führung liegende Portugiese flog ab! Wittmann versuchte seinerseits am Mercedes vorbeizukommen, wurde aber von Mortara unter Druck gesetzt. Großes Chaos bereits in der Frühphase! Die Rennleitung wartete nicht lange und verhängte eine Durchfahrtsstrafe gegen Paffett. Wieder nur eine Runde später dann der Angriff von Mortara auf Wittmann - und der gelang! Mortara übernahm die Führung vor Wittmann. Doch dieser zweite Platz zu diesem Zeitpunkt genügte locker, um den Meistertitel einzufahren.

Wittmann hielt in den Folgerunden den Rückstand auf Mortara ungefähr bei einer Sekunde, ließ den Audi-Piloten also keine allzu große Lücke herausfahren. Erst in Runde elf gelang es Mortara, Wittmann über eine Sekunde zu distanzieren und damit den BMW-Piloten aus dem DRS-Bereich zu werfen. Die ersten Boxenstopps gab es eine Runde danach. Christian Vietoris kam zuerst und versuchte damit, am drittplatzierten Tom Blomqvist vorbeizukommen. Wiederum eine Runde später kam mit Paul Di Resta der zweitbeste Mercedes an die Box.

Unterdessen setzte sich Mortara mit überragender Pace immer weiter von Marco Wittmann ab. Im Kampf um die Punkte bekleckerte sich Timo Scheider in seinem Abschiedsrennen nicht mit Ruhm. Er kollidierte mit Augusto Farfus und drehte den Brasilianer um. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Durchfahrtsstrafe für Scheider. Währenddessen fuhr Vietoris auf seinen frischen Reifen eine schnelle Runde nach der anderen und setzte damit BMW an der Spitze unter Druck, die weiterhin mit ihrem Boxenstopp warteten.

In Runde 19 begann BMW seine Boxenstopps. Als erster kam Tom Blomqvist rein. Der Brite musste seinen Platz aber erwartungsgemäß an Vietoris abgeben. In Runde 22 kamen dann Martin und Glock. Wittmann aber blieb weiterhin draußen. Antonio Felix da Costa verlor unterdessen plötzlich ein Rad! Mortara und Wittmann kamen eine Runde später an die Box. Und plötzlich lag Wittmann boxenstoppbereinigt nur noch auf Platz fünf! Unter den Autos vor ihm aber lag aber auch Markenkollege Blomqvist, so dass die Situation für Wittmann dennoch recht beruhigend war.

Direkt vor Wittmann lag zu diesem Zeitpunkt Paul Di Resta, den der BMW-Pilot auch sofort attackierte. Er ging jedoch kein überhöhtes Risiko ein, denn der Stand zu diesem Zeitpunkt reichte Wittmann noch immer für den Titelgewinn. In Runde 28 ging BMW aber auf Nummer sicher und beorderte Blomqvist nach hinten, Di Resta und Wittmann kamen vorbei. Somit lag der Gesamtführende nun auf Platz vier. An der Spitze lag Mortara nun sechs Sekunden vor Vietoris.

So ging es dann auch ins Ziel. Edoardo Mortara gewann das Abschlussrennen der Saison 2016 vor Christian Vietoris und Paul Di Resta. Marco Wittmann reichte sein vierter Platz zum Titelgewinn. Am Ende beträgt der Abstand der beiden vier Punkte. Timo Glock wurde Fünfter vor Maxime Martin und Tom Blomqvist. Jamie Green belegte Rang acht vor Robert Wickens. In seinem letzten Rennen der Karriere holte Martin Tomczyk als Zehnter noch einmal einen Punkt.

Zwischenfälle und Strafen: In der vierten Runde kam es zur Kollision zwischen Gary Paffett und Antonio Felix da Costa im Kampf um die Führung. Felix da Costa flog ab, Paffett erhielt eine Durchfahrtsstrafe. Kurz darauf untersuchte die Rennleitung einen Vorfall zwischen Adrien Tambay und Lucas Auer. Nach 16 Runden erhielt Antonio Felix da Costa eine Verwarnung aufgrund eines gefährlichen Manövers. Zuvor war er in ein hartes Duell mit Gary Paffett und Christian Vietoris verstrickt.

Kurz danach wiederum gab es einen Crash zwischen Augusto Farfus und Timo Scheider. Scheider drehte den BMW-Piloten um und kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Erneut sorgte einige Runden später Felix da Costa für Aufsehen. Er verlor sein linkes Hinterrad und musste in der Folge aufgeben. Die Rennleitung leitete eine Untersuchung wegen Unsafe Release ein.

Der Stand in der Meisterschaft: Marco Wittmann beendet die Saison als Champion. Vier Punkte beträgt sein Vorsprung auf Edoardo Mortara in der Endabrechnung. Auf Rang drei landet Jamie Green mit 61 Punkten Rückstand auf Wittmann.

Die Top-Facts zum Rennen