Harry Unflath (Abt Marketing) führt die Nachwuchs Racer durch das Abt Museum in Kempten

Speed Academy // Harry Unflath (Abt Marketing) führt die Nachwuchs Racer durch das Abt Museum in Kempten

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Montag, 26.10.2009 | 16:51

Es ist noch kein Meister vom Himmel
gefallen

Falsch! Nur 5 Tage vor seinem zweiten DTM-Meistertitel bewies Timo Scheider Mut und sprang mit dem Rennsport-Nachwuchs der Deutschen Post aus 4000 Meter Höhe im Allgäu mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug.

„Zwei Minuten“ brüllt Pilot Simon nach hinten und zieht die Pilatus Porter nach oben. Der Höhenmesser steht bei 3800 Meter. In der engen Kabine des Absetzflugzeuges sitzen Daniel Abt, Christopher Mies und David Mengesdorf eingequetscht zwischen Champions der nationalen Fallschirmspringer Szene. Für das eindrucksvolle Alpenpanorama an diesem klaren und sonnigen Spätherbsttag hat keiner der Speed-Akademiker eine Auge. In 4000 Metern Höhe wird die Tür aufgezogen und gibt den Blick auf die bereits tief verschneite Landschaft unter dem Flieger frei. Noch bevor sich jemand Gedanken machen kann, geht es auch schon los und die Tandemmaster springen hintereinander mit den vor Ihnen angeschnallten Jungs aus der Porter.

Mit über 200 Stundenkilometer rasen die menschlichen Sandwiches auf die Erde zu. 50 Sekunden freier Fall – eine Ewigkeit beim ersten Fallschirmsprung. „Als ich realisierte, dass ich gleich aus dem Flugzeug springe, hatte ich einen extremem Adrenalinschub,“ erinnert sich David Mengesdorf. „Dann habe ich nur noch gedacht, hoffentlich geht der Schirm auf.“ Bei 1500 Meter ziehen die Springer die Reißleine. „Man wird richtig in die Gurte gepresst, wenn sich der Fallschirm öffnet,“ weiß   Christopher Mies. „Nach der Schirmöffnung waren es 4 Minuten voller Ruhe, ein sanftes Gleiten, es war einfach nur ein Wahnsinn. Die Landung war perfekt und ich war stolz, dass ich es gemacht habe,“ freut sich David, der – nach dem Klettergarteneinsatz in Köln - erneut seine Höhenangst überwunden hat.

Natürlich war der Sprung für alle freiwillig. Aber was heißt unter Jungs schon „freiwillig“, wenn alle einen möglichen Rückzieher mitbekommen würden. Und so kam es, dass nur fünf Tage vor seiner souveränen DTM-Titelverteidigung auch Timo Scheider und sein Teamchef Hans-Jürgen Abt sich in bunten Springeranzügen in die Kabine der Porter quetschten und mit dem Rennsport-Nachwuchs der Deutschen Post aus 4000 Meter Höhe mit dem Fallschirm absprangen. "Ich bin zum ersten Mal in meinen Leben mit einem Fallschirm abgesprungen. Ich wusste gar nicht so richtig was los ist," so Timo. „Mir hat der Gedanke mich aus einem Flugzeug zu stürzen nicht wirklich gefallen,“ erzählt Heiko Hammel, der mit seinem Sprung auf die letzte Maschine wartete. „Und im Moment des Absprungs denkt man, dass man stirbt, aber hinterher ist man froh und stolz das man es sich doch getraut hat.“

Der Tandemsprung wurde bis zuletzt geheim gehalten. Die große Überraschung war absolut gelungen, denn bis zur Anfahrt am Flugfeld Durach bei Kempten hatte keiner der Jungs nicht die leiseste Ahnung, um was es gleich gehen sollte. Selbst die Gastgeber Hans-Jürgen und Sohn Daniel waren völlig ahnungslos. Dabei hatte der Tag im Firmensitz von ABT in Kempten doch so „harmlos“ begonnen. Erster Programmpunkt war ein Marketing Seminar von Abt Marketing und Kommunikationschef Harry Unflath zum Thema, wie man erfolgreich Sponsoren Partner im Rennsport findet. „Ich habe sehr viel dazu gelernt,“ freut sich David, „wie man sich am besten selber verkauft und wie ich richtig mit Sponsoren umgehe.“ Da gibt ihm Heiko Recht: „ja das kein vorgelesener Vortrag, sondern ein spannender Tatsachenbericht mit Tipps aus Harrys langjähriger Praxis“.

Im Anschluss führte Harry Unflath die Nachwuchs Racer noch durch das Abt Museum und schwelgte in interessanten Rückblicken auf die lange Rennsportvergangenheit des Familienbetriebs. Dann übergab er an Thorsten Töppler (Manager Abt Motorsport), der den Jungs die Technik der DTM Boliden direkt an Timo Scheiders Meisterauto erklärte, das gerade für das Saisonfinale in Hockeheim präpariert wurde.

Nach dem Mittagessen im Fahrsicherheitszentrum des ADAC in Kempten wartete das erste Highlight des Tages auf den Nachwuchskader. Zusammen mit den beiden  besten Mechanikern aus Scheiders Team standen nun Live Boxenstopps an. Dazu hatte Abt Motorsport eigens eine DTM Box auf dem Testgelände aufgebaut. Nach einigen Trockenübungen am stehenden Fahrzeug, nahm Timo Scheider hinter dem Steuer des V8 Boliden Platz und sorgte für Dynamik und reichlich in Rauch aufgelösten Gummi. „Im TV sieht so ein Boxenstopp immer sehr leicht aus, ist es aber jedoch absolut nicht,“ stöhnt Christopher Mies nach den ersten Boxenstopps. „Aber das es so anstrengend ist, hätte ich nie gedacht. Allein der Schlagschrauber wiegt schon vier Kilo, da kommt man schnell ins Schwitzen.“ Trotz der Anstrengung und der Hitze in den Boxencrew-Anzügen hat das Boxenstopp Training allen Beteiligten enormen Spaß gemacht. „Es ist sogar ein richtiger Wettbewerb entstanden zwischen den vier Teams an den Rädern,“ freut sich Heiko. „Wir haben sogar einen Stopp geschafft mit 5,2 Sekunden, was schon echt schnell ist.“ Timos Profis erledigen den Job im Rennen in unter drei Sekunden.

„Das war wieder ein Wahnsinns Event der Deutschen Post Speed Academy, erst das Markting Seminar, danach die Abt-Werksführung und das DTM Boxenstopp-Training. Und dann natürlich der Überraschungsevent,“ lautet das Fazit von Marco Wittmann. Für David war das „Fallschirmspringen mit das krasseste, was ich jemals gemacht habe. Es war wirklich einfach nur Wahnsinn, toll, wunderschön.“ Das sieht auch Heiko Hammel so: „absolut, das Springen war eine einmalige Erfahrung, die man nie mehr in seinem Leben vergisst.“ Und Christopher Mies schließt: „Das waren lehrreiche Tage in der Speed Academy und zudem ein sehr gutes letztes Event im Jahr 2009.“

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