Montag, 19.07.2010 | 12:08
Sprechen Sie in dieses Mikro! Jetzt!
Drückende Sommerhitze liegt über Düsseldorf, als sich die Speed Academy Förderkandidaten zum diesjährigen Medientraining treffen. Noch am Vorabend hat ein Orkan Teile der Innenstadt kräftig durcheinander gewirbelt. Und auch der bevorstehende Workshop wird die Vorstellungen der Speed Akademiker zum Thema optimale TV-Performance kräftig durcheinanderwirbeln.
Er ist nicht nur Jury-Mitglied der Deutsche Post Speed Academy, sondern auch „das“ Gesicht der Formel 1 in Deutschland: Kai Ebel. Und dieses Jahr hat er das Speed Academy TV-Training zur Chefsache erklärt. „Ich denke, was ihr braucht, ist keine stundenlange Theorie-Vorlesung, sondern Tipps aus der Praxis, die Hand und Fuß haben und die ihr sofort anwenden könnt.“
Die im V-LAB von Vogelsänger Film in Düsseldorf anwesenden Rennfahrer-Novizen nicken zustimmend. Ebel hat genau den Nerv seiner Zielgruppe getroffen. Die sitzt übrigens an diesem Dienstag in großer Besetzung am Tisch. Zusätzlich zu den sieben schnellen Speed Academy Schützlingen sind auch die Rallye-Piloten Hermann Gassner junior und Christian Riedemann vor Ort. Beide werden von der ADAC Stiftung Sport unterstützt, ihre Teilnahme ist Teil der Kooperation zwischen ADAC und Deutsche Post Speed Academy.
Los geht´s. Die erste Aufgabe: Wie stelle ich mich vor der Kamera richtig vor? Erst wird gefilmt, dann ausgewertet und diskutiert. Kai Ebel fordert Kommentare ein und er bekommt sie. „Ich meine, in dieser Passage der Aufnahme wirkst du noch etwas unsicher,“ urteilt Christopher Mies über seinen Kollegen Daniel Abt. Ebel fragt nach, klärt über Hintergründe auf und stattet die Anwesenden mit ersten Ratschlägen zur Verbesserung ihrer TV-Präsenz aus. Der Medien-Profi ist in seinem Element.
Dann wird die Gangart verschärft. Audienz beim Meister zum Einzelinterview. Zuerst sind die Fragen noch harmlos, dann lockt Mister Formel 1 auch mal mit der ein oder anderen Fangfrage: „Wieso hast du gesagt, Michael Schumacher ist gar nicht so gut?“ Schlagfertige Antworten sind angesagt.
Vor allem aber geht es dem erfahrenen TV-Reporter um eines: Jedem der Rennsport-Talente zu zeigen, dass es nicht darauf ankommt, mainstream zu sein, sondern seinen eigenen Stil zu finden und zu perfektionieren. „Jungs, bleibt authentisch. Wenn du jemand bist, der kurze, knappe Statements bevorzugt, dann versuch bloß nicht, deine Antworten künstlich in die Länge zu ziehen,“ empfiehlt Kai Ebel Speed Academy Rookie Mario Farnbacher. Und ganz nebenbei rundet er seine Ausführungen auch noch mit zahlreichen Stories und Anekdoten aus fast zwei Jahrzehnten Arbeit an der Formel 1 Front ab. Plastischer und lebendiger kann man ein TV-Training wirklich nicht angehen.
David Mengesdorf bringt es zum Abschluss auf den Punkt: „Das war wirklich ein klasse Seminar. Selber etwas ausprobieren, direkt eine Rückmeldung bekommen und sofort etwas besser machen können. So bringt das wirklich etwas.“
Na dann: Ran an die Mikrofone und TV-Kameras. Ebel sei Dank.



