Freitag, 23.07.2010 | 11:33
Berg bezwungen. Herausforderung bestanden.
Die Speed Academy im Tour de France Fieber.
Eine „persönliche Grenzerfahrung“ hatte der Workshop-Titel versprochen – auf zwei Rädern und mit Muskelkraft. Das, was dann auf sie zukam, sollte den Speed Academy Förderkandidaten im wahrsten Sinne des Wortes den Atem rauben.
David Mengesdorf ist fix und fertig. Und nicht nur er. „Krass, Alter, total krass,“ japst er, als er den Gipfel des Col de la Madeleine erreicht. Hinter ihm und den anderen Speed Academy Nachwuchsfahrern liegt in diesem Moment die wohl härteste Radtour ihrer jüngeren Vergangenheit.
Dabei hat alles ganz harmlos angefangen. Im Speed Academy Mannschaftsbus geht es am Vortag in die französischen Alpen: zum Col de la Madeleine. Hier, wo genau eine Woche zuvor die Stars der Tour de France ihre Kletterkünste auf einer knallharten Bergetappe unter Beweis stellen mussten, sind jetzt die Speed Akademiker dran. Zuerst 20 Kilometer durchs Gelände und über Landstraßen, dann 25 Kilometer bergauf und nichts als bergauf. Natürlich nicht mit dem Auto, sondern per Fahrrad. Genauer gesagt: mit Rennrädern von BMC Bikes. Die technische Betreuung liegt in den Händen von Peter Zaun, Inhaber des Kölner Fahrrad-Fachgeschäfts Profi-Shop Kunde. „Dafür, dass die Jungs Rennfahrer sind und keine Fahrrad-Experten, stellen sie sich gar nicht so ungeschickt an,“ gibt er zu Protokoll.
Ausgedacht haben sich das Ganze Sportwissenschaftler Gernot Emberger und sein Team vom Emberger High Performance Center. Emberger Ziel: sehen, wie jeder Einzelne mit dieser Herausforderung umgeht, wie er sich vor und während der Belastung verhält.
Los geht´s. Die BMC Räder sind eingestellt, die Spezialschuhe passen, die Trinkflaschen sind randvoll mit Sportlergetränken von ULTRA SPORTS, die speziell als Energiespender für Wettkampfsituationen gedacht sind. Auf geht es in Richtung Berge. Schon nach wenigen Kilometern hat man sich eingefahren. Die gesamte Reisegruppe nähert sich den Ausläufern des Gebirges. Dann ist jeder auf sich allein gestellt. Als Solokünstler quälen sich Abt, Hammel und Co. die Serpentinen nach oben.
„Ab dem Einstieg in die Bergpassage soll jeder sein eigenes Tempo finden, seine Ausdauer und seine Kraftreserven eigenständig einteilen.“ Gernot Emberger weiß, was er den Nachwuchsrennfahrern zumuten kann.
Noch drei Kilometer bis zum Ziel. Jetzt heißt es durchziehen. Immer wieder werden den erschöpften Tour de France Neulingen Flaschen mit ULTRA SPORTS Spezialgetränken gereicht. Michael Seifert, Sportkoordinator der Deutsche Post Speed Academy, gibt den Motivator: „Los, Männer, ihr schafft das. Nicht aufgeben.“ Und tatsächlich: Sie schaffen es. Alle. Und können stolz sein auf das, was sie heute geleistet haben.
Christoper Mies ist merklich außer Atem: „Den inneren Schweinehund überwinden, die Herausforderung annehmen. Das ist es. Wenn du das hinbekommst, dann hast du den Schalter umgelegt und kannst noch mal richtig Gas geben. Ein geiles Gefühl.“ Und auch Gernot Emberger ist zufrieden: „Alle haben Willensstärke und Ausdauer bewiesen. Respekt. Das hätte ich vorher nicht unbedingt erwartet!“
Übrigens: Für alle, die´s nachmachen wollen. Die aktuelle Speed Academy Rekordzeit für die Strecke von Abertville zum Col de la Madeleine liegt bei roundabout 4 Stunden, 15 Minuten. Aufgestellt durch Mario Farnbacher. Schlagbar?



