Dienstag, 09.02.2010 | 09:49
Timo gibt Gas: Virgin-Cosworth läuft
Im nasskalten Silverstone hat Timo Glock seinem neuen Formel-1-Boliden erstmals die Sporen gegeben.
Für Timo Glock hat das Formel-1-Jahr 2010 endgültig angefangen. Am Donnerstag durfte der Pilot des neuen britischen Teams Virgin Racing erstmals mit seinem neuen Fahrzeug auf die Strecke. Der von Technikchef Nick Wirth am Computer entworfene Virgin-Cosworth VR-01 absolvierte in Silverstone seine allerersten Kilometer. Glock war nach dem sogenannten Shakedown sehr zufrieden.
"Der Roll-Out verlief reibungslos. Das ist ein gutes Zeichen.", berichtet der sympathische 27-Jährige. "Das gesamte Team - uns Fahrer eingeschlossen - hatte monatelang speziell auf diesen Augenblick hingearbeitet. Als die Jungs dann am Donnerstag den Motor angeworfen haben, ich den Gang einlegen durfte und vorsichtig auf das rechte Pedal stieg, war ich richtig glücklich."
Geschmälert wurde der erste Test mit dem Virgin-Cosworth einzig durch das schlechte Wetter in Silverstone. "Es war extrem nass und bitterkalt. Von Sonne keine Spur", erklärt Timo und fügt lächelnd hinzu: "Die Sonne haben wir aber überhaupt nicht vermisst. Unsere strahlenden Gesichter haben das locker wettgemacht!" Am ersten Tag drehte der Hesse nur wenige Runden. Die nasse Fahrbahn lies keine Dauerläufe zu.
"Es hätte einfach nicht viele Erkenntnisse bringen können", so der schnelle Deutsche. "Wir haben es deshalb bei ein paar Runden belassen. Für einen ersten Check der Systeme reichte das. Wir waren trotz der wenigen Kilometer zufrieden, denn der neue Wagen hat keine Zicken gemacht. Die Performance des VR01 werden wir erst nach dem Test in Jerez beurteilen können.“
Und auch in den langen Regenpausen in Silverstone gab es viel Spaß. "Mein Teamkollege Lucas di Grassi und ich haben für ein bisschen Unterhaltung gesorgt", meint Timo mit lausbübischem Grinsen. "Wir haben uns zwei Nissan GT-R geschnappt und allen mal gezeigt, was man mit einem Sportwagen auf nasser Strecke so anstellen kann. Uns beiden war danach wärmer und wohliger, die Zaungäste haben gelacht und wohl auch die Kälte verdrängt."
Am Freitag wurde die Arbeit auf der Kurzanbindung in Silverstone intensiver. Das Wetter war besser, die Strecke schrie geradezu nach Gummi. "Wir haben am zweiten Tag richtig viel erledigen können. Ich bin am Vormittag über 40 Runden gefahren, das sind immerhin locker 80 Kilometer. Am Nachmittag hat Lucas noch einmal ungefähr die gleiche Distanz draufgepackt."
"Am Freitagabend durfte man bei allen Teamangehörigen das Grinsen beinahe operativ entfernen", lacht Timo. "Wir waren alle sehr zufrieden. Natürlich gibt es bei einem neuen Wagen immer noch einige Dinge zu verbessern. Das ist ganz logisch bei einem Formel-1-Auto, alles andere wäre nicht normal. Aber mit den ersten Metern können wir sehr glücklich sein."
Der nächste Schritt auf dem Weg in die Debütsaison für Virgin Racing lässt nicht lange auf sich warten. Bereits in der kommenden Woche steht der Test im spanischen Jerez an. "Dort treffen wir erstmals auf die namhafte Konkurrenz. Ich freue mich schon sehr darauf", sagt Glock, der nur einen kurzen Zwischenstopp in seiner Heimat einlegt. "Für den Jerez-Test ist Regen angesagt. Da haben wir nach den nassen Silverstone-Tagen jetzt sogar einen Erfahrungsvorsprung."lachte er

