Timo Glock Tagebuch // Timo Glock berichtet in seinem Tagebuch von den Testwochen in Spanien und dem Besuch beim Radio.

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Donnerstag, 04.03.2010 | 10:03

Timo zwischen Radio und Rennstrecke

Timo Glock berichtet in seinem Tagebuch von den Testwochen in Spanien und dem Besuch beim Radio.

Euer Glockdog ist wieder im Lande. Aber nur kurz. Nach den Testwochen in Spanien lege ich gerade einen kurzen Boxenstopp in der Heimat ein, bevor es dann noch einmal nach Großbritannien geht. Dort werde ich zwei Tage lang im Simulator meines Teams Virgin Racing sitzen und versuchen, den Aufgabenzettel unserer Techniker mit neuen Ideen zu füllen. Es gibt immer was zu tun, ich laufe jetzt schon wieder auf Hochtouren.

Die Winterpause war mit Beginn der Tests ohnehin vorbei. Es gab viel Arbeit. Einen Großteil davon haben wir zwar erledigen können, aber leider streikte eben auch ab und zu mal die Technik. Für mich als Fahrer ist das zwar lästig, für das Team ist das - so komisch das auch klingen mag - aber sehr wichtig. Es ist immer besser, wenn man Fehler erkennt und behebt, bevor es mit dem Kräftemessen losgeht.

Bei den Probefahrten in Barcelona habe ich viel Zeit mit dem Team verbracht. Nicht nur, weil es Arbeit zu erledigen gab, sondern auch weil ich mit den Jungs und Mädels von Virgin Racing einfach gern zusammen bin. Es blieb aber auch noch etwas Zeit, um mit meinem Ex-Teamkollegen Jarno Trulli zu quatschen. Jarno ist in einer ähnlichen Situation wie ich, denn er hat beim neuen Lotus-Team angeheuert.

Es war irgendwie komisch und lustig zugleich, dass wir uns als Konkurrenten getroffen haben, aber gleichzeitig ganz offen sprechen konnten. Jarno macht eben mit Lotus gerade ähnliche Erfahrungen wie ich mit Virgin Racing. Alles ist neu bei den beiden Teams, entsprechend machen wir gerade eine Lernphase mit. Wir beiden fühlen uns in dieser Situation aber sehr wohl, denn wir haben Spaß daran, etwas Neues mitzugestalten.

Wir haben uns zum Beispiel darüber unterhalten, dass wir uns 2010 wohl öfter auf der Strecke begegnen werden. Unsere beiden Autos können mit den Rennern der etablierten Teams erst einmal noch nicht mithalten. Das ist ganz normal so, soll sich aber natürlich schnellstmöglich ändern. Wir haben uns köstlich amüsiert, als wir feststellten, dass wir beide es gewöhnungsbedürftig fanden, wenn ein Konkurrent aus einem etablierten Team mit seinem Auto so schnell an uns vorbeiziehen konnte.

Ihr merkt schon: Wir können uns selbst und die Leistungen der Teams schon realistisch einschätzen. Niemand hat ernsthaft erwartet, dass ich Lewis Hamilton oder Michael Schumacher in diesem Jahr die Hölle heiß machen kann. Wir müssen cool bleiben in unserer Situation. Mit Träumereien ist uns nicht geholfen, sondern es hilft nur konsequente Arbeit und natürlich Wille und Optimismus. All dies ist reichlich vorhanden.

Leider habe ich während meines Barcelona-Tests etwas ganz Wichtiges verpasst. Beim meinen Freunden von tolimit in Lohne gab es am Samstag die große Party zur Saisoneröffnung. Ich habe mir sagen lassen, dass die Stimmung und das Ambiente mal wieder gigantisch waren. Schade, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen konnte. Ich hätte gern mal wieder mit all den tolimit Leuten, den Partnern und meinem Freund und Manager Hans-Bernd ein Bierchen getrunken.

Bevor für mich die Arbeit im Simulator weitergeht, war ich am Montagmorgen für einen längeren Besuch bei meinem Heimat-Radiosender Hitradio FFH. Wir haben ein langes Interview aufgezeichnet und reichlich Späße getrieben. Einen Großteil davon könnt ihr in der kommenden Zeit in deren Programm hören. Ich war erstaunt, wie viel Spaß mir die Arbeit dort gemacht hat. Radio ist echt cool. Ich hatte nicht einmal Probleme damit, meine eigene Stimme zu hören. Man hat mir gesagt, bei den meisten Leuten sei das anders.

Wenn ich aus England zurück komme, geht es schon gleich los in Richtung Bahrain. Ich hoffe ihr drückt mir die Daumen.

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