Vita
Kurzprofil
| 2000 | Meistertitel in der Formel BMW ADAC Junior Cup |
| 2001 | Meistertitel in der Formel BMW ADAC |
| 2002 | In der Deutschen Formel 3 Meisterschaft "Rookie of the Year" |
| 2003 | Drei Siege im Finale der Formel-3-Euroserie |
| 2005 | "Rookie of the Year" |
| 2006 | GP2 Series Auszeichnung als "Most Improved Driver" |
| 2007 | Champion in der GP2 Series, Testfahrer BMW Sauber F1 Team |
| 2008 | Formel 1 Stammfahrer für das Panasonic Toyoata Racing Team |
| 2009 | Formel 1 Stammfahrer für das Panasonic Toyoata Racing Team |
| 2010 | Formel 1 Stammfahrer für Virgin Racing |
Der Weg in die Königsklasse
1997 - Erste Runden im Kart
"Von dem Geld, das ich zur Konfirmation geschenkt bekommen habe, kaufte ich mir mein erstes Kart - mit einem 100 Kubikzentimeter großen Motor und einer Fliehkraftkupplung. Damit begann ich aus Spaß an der Freude und merkte im Deutschen Junior-Kart-Pokal, dass ich Talent habe."
„Damit begann ich aus Spaß an der Freude und merkte ... dass ich Talent habe.”
1998 bis 2000 - Rennerfahrungen auf dem Weg nach oben
"Mit einem neuen Kart bestritt ich die DMV-Landes und Bundesmeisterschaft. Um die Deutsche Kart-Meisterschaft zu bestreiten, fehlte das Geld. Der Kartsport war noch etwas anders gegliedert als heute. Es gab regionale Serien vom DMV; Ich fuhr diejenigen von Süd, Ost und West. Mein Kart hatte immer noch einen 100-ccm-Motor, aber einen größeren Vergaser und keine Fliehkraftkupplung mehr. Ich machte meine ersten Rennerfahrungen, entwickelte ein grundsätzliches Gefühl für die Reaktion des Fahrzeuges auf die Aktionen hinterm Lenkrad, schulte meine Reflexe - und entwickelte Ehrgeiz auf mehr."
2000 und 2001 - Ausbildung und ein Wunsch: Profi
"Vom Kartsport aus hat man mehrere Möglichkeiten in den Automobil-Rennsport. Es gibt verschiedene Ein- und Aufsteigerformeln. Ich entschied mich für die Formel BMW-ADAC-Meisterschaft. Zum einen aufgrund der tollen Förderung von BMW, zum anderen aufgrund des professionellen Umfeldes im Rahmen der DTM. Im zweiten Jahr wurde ich als förderungswürdiges Talent in das von Peter Mamerow geleitete offizielle Rookie-Team aufgenommen. In der Formel BMW ADAC ist in mir erst der Wunsch weiter gereift, Profi-Rennfahrer zu werden. Und ich wusste: Das wird klappen."
2002 und 2003 - Reifeprüfung in der Formel 3
"Die Formel 3 ist für ein junges Renntalent die beste Schule: Hier lernte ich, mit vielen Einstellungsparametern zu arbeiten - Dämpfer in unterschiedlicher Zahl, ein riesiges Feder-Sortiment, Getriebeübersetzung, Motoren, Aerodynamik. Dazu fuhren wir in einem Monoposto mit effizienter Aerodynamik und interessantem Leistungsgewicht. Ich fuhr zwei Jahre beim Schweizer KMS-Team. Die Mannschaft von Hanspeter Kaufmann und Gianni Bianchi vertraute auf Dallara-Opel. Das erste Jahr schloss ich gleich auf Platz 3 ab; im zweiten Jahr musste ich dann einige Rückschläge hinnehmen - das hat mit aber in meiner Entwicklung sehr geholfen."
2004 - Mit der Zehenspitze ins kalte Wasser
"Formel 1-Teamchef Eddie Jordan suchte nach einem jungen Fahrer, der für seinen Rennstall testen und die neu eingeführten Freitagstests fahren kann. Nach einem Test, den ich mir mit meinen Leistungen in der Formel 3 verdient hatte, bekam ich den begehrten Platz. So lernte ich in jungen Jahren, wie es in der Formel 1 zugeht und wie hoch dort die Ansprüche an einen Rennfahrer sind. Von dieser Erfahrung profitiere ich bis heute. Dass ich sogar noch zu vier Renneinsätzen kam war eine willkommene Zugabe und eine weitere wertvolle Erfahrung. Im ersten Rennen in Montreal holte ich gleich zwei WM-Punkte. Das werde ich nie vergessen."
2005 - Ein Schritt zurück, zwei nach vorn
"In der Formel 1 bot sich keine Chance auf ein Stammcockpit. Also orientierten wir uns anderweitig. Die ChampCar-World Series, die mit leistungsstarken Turbo-Motoren in F1-ähnlichen Einheits-Monoposti fährt, gilt als 'Formel 1 Nordamerikas'. Mein Team Rocketsports war finanziell nicht so auf Rosen gebettet wie die etablierten Rennställe Newman/Haas oder Forsythe. Trotzdem war der Sieg in einem Rennen greifbar nahe und ich beendete das Jahr als bester Neueinsteiger. In der ChampCar Serie verfeinerte ich meinen Umgang mit leistungsstarken Autos, lernte das richtige Timing von Boxenstopps, Strategie und die Fähigkeit, ein Rennen zu lesen - also zu lernen, mit was für einer Taktik man am besten fährt, was die Konkurrenten strategisch vorhaben und wie sich das aufs Rennen auswirkt. Gleichzeitig war ich länger allein von zu Hause weg, als je zuvor. Dadurch bin ich als Mensch gereift und deutlich selbständiger geworden."
2006 - Mit vollem Einsatz zurück nach Europa
"Um mich bei den Formel-1-Teamchefs wieder mehr ins Gedächtnis zu bringen, ging ich zurück nach Europa. Die GP2 hatte sich im Jahr zuvor als Unterbau für die Königsklasse etabliert. Da wollte ich dabei sein. Mit meinem ersten Team lief es alles andere als gut und ich fürchtete schon um meine weitere Karriere. Doch zum Glück hatte iSport-Teamchef Paul Jackson mich beim Rennen in Monte Carlo so genau beobachtet, dass er mich in sein Team holte. Von da an ging es steil bergauf: In der zweiten Saisonhälfte kämpfte ich mit Lewis Hamilton und Nelson Piquet jr. auf Augenhöhe und holte mehr Punkte als sie. Ich habe alles gegeben und mit einigen guten Rennen, so wie in Istanbul auf mich aufmerksam gemacht."
2007 - Die letzten Runden waren die schwersten
"Das BMW Sauber F1 Team holte mich als Testfahrer zurück in die Formel 1. Ich verschaffte mir bei den Tests und den Rennen aus erster Hand ein Bild davon, wie sich die Königsklasse verändert hat. Denn ich durfte nicht nur fahren, sondern hörte im Rennen den Teamfunk mit und nahm an technischen Besprechungen teil. Ich lernte die Formel 1 von innen heraus kennen. Parallel fuhr ich ein 2. Jahr in der GP2. Ich erreichte mein Ziel Meisterschaft, obwohl der Weg dorthin ein Auf und Ab war: Technische Schwierigkeiten und unverschuldete Unfälle hielten das Titelrennen bis zum Finale in Valencia offen,obwohl wir klar das schnellste Paket hatten. Toyota wurde in der Summe einiger guter Zeiten bei den Formel 1 Tests und vieler kampfstarker GP2-Auftritte auf mich aufmerksam."
2008 - In der Königsklasse angekommen
"Mein erstes Jahr als Formel-1-Rennfahrer war geprägt von vielen verschiedenen Eindrücken. Der Einstand war nicht einfach: Zunächst konnte ich das Fahrverhalten des TF108 nicht mit meinem persönlichen Fahrstil in Einklang bringen. Aber das Team und ich haben hart daran gearbeitet, sowohl das Auto als auch mich zu verbessern - und das hat sich in der zweiten Saisonhälfte ausgezahlt. Der Podestplatz in Ungarn war natürlich der Höhepunkt. Aber es gab auch andere gute Rennen, die wegen der Resultate von der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen wurden. Insgesamt habe ich das Gefühl, mich in diesem Jahr in der Formel 1 etabliert, dort meinen Platz gefunden zu haben. Die Erfahrungen des Jahres 2008 sind für mich sehr wichtig."
2009 - Und man kann doch überholen...
"Das Jahr begann richtig gut. Der neue Toyota TF109 war bei den Testfahrten schnell, meine Hinweise zur Entwicklung zeigten positive Ergebnisse. Vor allem in Bahrain hatten wir einen starken Auftritt, der allerdings für mich leider nicht mit einem Podest belohnt werden sollte. Champagner gab es für mich in Malaysia und Singapur. Vor allem in der Regenschlacht in Sepang hatte ich meinen Spaß. Ich konnte meine Stärke - die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bedingungen - voll ausspielen. Ich bin fest überzeugt: Wenn das Rennen ein paar Runden länger gedauert hätte, wäre der Sieg machbar gewesen. Aber ich hatte auch andere starke Auftritte mit vielen Überholmanövern. Leider endete das Jahr frühzeitig wegen einer Verletzung. Die guten Leistungen 2009 sind aber nicht unbeobachtet geblieben. Für 2010 gab es für mich mehrere Optionen. Entschieden habe ich mich für Virgin Racing, weil ich die Atmosphäre im Team liebe und mich als Entwickler zu 100 Prozent einbringen kann. Das wird ein spannendes, arbeitsreiches und tolles Jahr!"


